So startest du als Virtuelle Assistentin: Ein ehrlicher Leitfaden für deinen Weg in die Selbstständigkeit – inkl. meiner besten Tool Tipps

Du stehst gerade an einem Wendepunkt und spielst mit dem Gedanken, ob du als virtuelle Assistenz starten sollst. Vielleicht trägst du den Gedanken schon eine Weile mit dir herum. Dieses Kribbeln, das sagt: Da könnte mehr in meinem Leben sein. Mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung, mehr Zeit für das, was dir wirklich wichtig ist. Viele Menschen, die ich begleite, berichten mir, dass der erste Impuls oft in einem ganz stillen Moment kam. Früh morgens, während das Kind noch schläft. Oder abends, wenn der Arbeitsalltag geschafft ist und man sich fragt, ob es das wirklich gewesen sein soll. Vielleicht stehst auch du gerade an diesem Punkt und suchst nach einem beruflichen Weg, der zu deinem Leben passt, nicht umgekehrt.

So ging es mir damals ebenfalls. Ich weiß noch genau, wie ich zum ersten Mal von der virtuellen Assistenz gehört habe. Es war ein kleiner Funken Hoffnung. Die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten, flexibel zu sein, Kundinnen zu unterstützen und mir gleichzeitig ein Business aufzubauen, das mein Reiselust unterstützt hat und heute auch mit meinem Leben als Mutter vereinbar ist. Und falls es dir gerade ähnlich geht, möchte ich dir gleich vorweg sagen: Es ist absolut möglich.

Aber lass mich ehrlich zu dir sein. Der Start in die virtuelle Assistenz wirkt von außen oft leichter, als er sich von innen anfühlt. Du wirst in den ersten Wochen und Monaten eine Menge neuer Begriffe hören, Tools kennenlernen und vielleicht manchmal das Gefühl haben, dass alle anderen schon viel weiter sind. Genau deshalb möchte ich in diesem Artikel all das mit dir teilen, was ich mir damals gewünscht hätte: Klarheit, Struktur, Verständnis – und eine gute Portion Mut.

Warum die virtuelle Assistenz so viele Menschen anzieht

Die virtuelle Assistenz ist in den letzten Jahren nicht ohne Grund so beliebt geworden. Gerade in der Onlinewelt wird der Ruf nach Unterstützung immer größer. Unternehmer:innen brauchen Menschen, die ihnen Aufgaben abnehmen, Organisation in ihr Chaos bringen oder kreative Bereiche übernehmen. Und gleichzeitig suchen Viele, wie du nach beruflichen Möglichkeiten, die endlich Raum lassen: für Familie, für sich selbst, für Ortsunabhängigkeit, für flexible Arbeitszeiten und für ein Leben, das nicht von starren Strukturen bestimmt wird.

Der größte Vorteil ist die Freiheit. Du entscheidest, mit wem du zusammenarbeiten möchtest. Du bestimmst, wo du arbeitest und welche Dienstleistungen du anbietest. Und du entscheidest selbst, ob du morgens um acht am Laptop sitzt oder abends um neun, wenn die Kinder schlafen oder wenn du dich einfach am besten konzentrieren kannst. Das ist eine Art von Selbstbestimmtheit, die ich in keinem Angestelltenverhältnis jemals erlebt habe. Doch sie trägt auch Verantwortung mit sich – und genau das ist der Punkt, an dem viele unsicher werden.  Als virtuelle Assistenz starten könnte für dich genau das richtige sein, wenn du all das auch willst.

Wenn du dich fragst, ob du dafür „gut genug“ bist oder „genug weißt“, möchte ich dir gerne etwas mitgeben: Niemand startet als Expert:in. Auch ich nicht. Ich habe am Anfang ständig gegoogelt, ausprobiert, verworfen, neu begonnen und unendlich viele Tutorials angesehen. Und das ist vollkommen in Ordnung. Virtuelle Assistenz ist ein Berufsfeld, in das du hineinwachsen darfst.

Was du wirklich brauchst, um loszulegen – und was nicht

Vielleicht glaubst du, du bräuchtest erstmal eine perfekt durchdesignte Website, ein professionelles Logo, ein Branding, das aussieht wie aus einem Designstudio, und am besten noch ein Zertifikat für jeden einzelnen Handgriff. Ich darf dir etwas erleichtern: All das ist ein Bonus, aber nicht Voraussetzung.

Was du wirklich brauchst, ist etwas viel Wertvolleres und leider nichts, was man kaufen kann: Klarheit. Und Mut.

Klarheit darüber, welche Art von Arbeit dir Freude macht. Klarheit darüber, welche Aufgaben du deinen Kundinnen abnehmen möchtest. Klarheit darüber, wie du arbeiten willst. Und Mut, die Dinge zu tun, bevor du dich bereit fühlst. Das ist das Geheimnis vieler erfolgreicher VA-Karrieren.

Technisch brauchst du am Anfang tatsächlich nur wenig. Ein stabiler Laptop, eine gute Internetverbindung und ein Headset reichen für die meisten Tätigkeiten absolut aus. Eine Webcam ist schön, aber viele Laptops haben ohnehin eine eingebaute. Ein Mikrofon kann später dazukommen, wenn du häufiger Kundengespräche oder Workshops hast. Ich erinnere mich noch daran, wie überfordert ich war, als ich zum ersten Mal von Tools wie Trello, Slack, Zoom oder Canva hörte. Ich konnte sie damals kaum auseinanderhalten. Heute nutze ich sie täglich. Das zeigt, wie sehr man in diese Welt hineinwächst, wenn man einen Schritt nach dem anderen macht.

Welche Dienstleistungen wirklich gefragt sind – und wie du deine findest

Viele Einsteigerinnen, die als virtuelle Assistenz starten haben Angst, sich festzulegen. Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch: Wenn du dich auf etwas spezialisierst, verlierst du potenzielle Kundinnen. Die Wahrheit ist genau anders herum. Je klarer dein Angebot ist, desto leichter finden Kundinnen dich.

Im Moment sind Bereiche wie Social Media, Contentplanung, Communitymanagement, Newsletter-Marketing, Websitepflege oder die Unterstützung beim Onlinemarketing unglaublich gefragt. Aber das bedeutet nicht, dass du alles können musst. Es bedeutet nur: Du darfst wählen. Und du darfst klein anfangen. Du darfst sogar anfangen, ohne perfekt zu sein.

Ich habe mich damals anfangs ganz breit aufgestellt, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Ich wollte Social Media machen, Backoffice, Blogartikel, Kundenservice und am liebsten noch Design obendrauf. Das Ergebnis war, dass ich mich verzettelt habe. Erst als ich verstanden habe, dass ich nicht alles anbieten muss, sondern das, was mir wirklich liegt, wurde es leichter. Und meine Kundinnen haben plötzlich viel schneller verstanden, wofür ich stehe.

Wenn du dir unsicher bist, frag dich: Welche Aufgaben würdest du gern übernehmen, selbst wenn du sie erst noch lernen musst? Welche Tätigkeiten passen zu deiner Art zu denken, zu deinem Alltag, zu deinen Fähigkeiten? Das ist ein guter Anfang.

Virtuelle Assistenz starten: Wie du deine ersten Kundinnen findest – und warum der Weg manchmal anders aussieht, als du denkst

Ich weiß noch genau, wie ich selbst angefangen habe. Ich saß abends, nach meinem Tag an der Uni da und scrollte durch Facebookgruppen in der Hoffnung, irgendeinen Auftrag zu finden. Ich schrieb Bewerbungen, stellte mich vor, erzählte von meinen Fähigkeiten und bekam oft einfach keine Antwort. Das war frustrierend. Und ich dachte damals eine Weile, dass ich vielleicht einfach nicht gut genug sei.

Heute weiß ich: Kund:innen findest du am besten dort, wo du sichtbar bist und nicht dort, wo du dich „bewerben“ musst. Der große Unterschied liegt darin, ob du dich anbietest oder ob die Kundinnen dich finden.

Als ich dann begonnen habe, wirklich mit meinem Business rauszugehen, Menschen davon zu erzählen, dass ich als virtuelle Assistenz starte, meine eigene Website zu erstellen, meine Social Media Kanäle aufzubauen und offen darüber zu sprechen, womit ich anderen helfen kann, veränderte sich alles. Plötzlich kamen die Nachrichten. Plötzlich wollten Menschen gezielt mit mir zusammenarbeiten. Plötzlich musste ich nicht mehr hinter Aufträgen hinterherlaufen.

Das ist ein Prozess, der etwas Zeit braucht, aber der dich langfristig viel selbstbewusster und unabhängiger macht. Und ich verspreche dir: Sichtbarkeit fühlt sich am Anfang komisch an. Aber sie wird leichter, je natürlicher du darüber sprichst, was du tust.

Tools, die deinen Alltag wirklich erleichtern – praxiserprobt und anfängerfreundlich

Ich weiß noch, wie überfordernd die Tool-Landschaft am Anfang für mich war. Als wäre in jeder Ecke ein neues Programm, das ich „dringend“ bräuchte. Ich habe so viel Zeit damit verbracht, Dinge auszuprobieren, Tutorials zu schauen und mich zu fragen, was davon eigentlich wirklich sinnvoll ist. Gerade, wenn du frisch als virtuelle Assistenz startest, hast du genug zu tun und sich dann noch mit unendlich vielen Tools auseinander zu setzen, die du im Zweifel gar nicht brauchst, ist wirklich ärgerlich. Deshalb möchte ich dir hier aus meiner Erfahrung sagen: Weniger ist mehr. Starte so schmall wie möglich. Es reicht, wenn du dich mit ein paar Standardanwendungen auseinandersetzt – mit diesen dafür aber wirklich richtig und intensiv. Wenn du die Basics kennst, kannst du dich viel schneller und unkomplizierter auch in weitere Tools einarbeiten.

Für den Start empfehle ich dir ein Tool für deine Zeit, eines für deine Rechnungen, eines für deine Projekte und eines für deine Passwörter. Das reicht vollkommen aus, um als virtuelle Assistenz zu starten. Alles Weitere kommt erst, wenn du es wirklich benötigst. Ich arbeite heute noch mit einigen Programmen, die ich ganz am Anfang entdeckt habe, weil sie simpel, übersichtlich und zuverlässig sind.

Du brauchst am Anfang nicht 20 unterschiedliche Programme. Drei bis fünf Tools reichen absolut aus. Ich empfehle dir diese Basis:

Projektmanagement
  • Trello

  • Asana

  • Meistertask
    Such dir eines aus und bleib erstmal dabei.

Zeitmanagement
  • Toggl Track für Zeiterfassung
    Unverzichtbar für transparente Abrechnungen.

Buchhaltung
  • Lexoffice oder sevDesk
    Damit schreibst du Angebote, Rechnungen und erfasst Belege sauber.

Sicherheit
  • ein Passwort-Manager wie z. B. LastPass oder 1Password
    gerade bei Kundenzugängen wichtig.

Kommunikation
  • Zoom für Erstgespräche

  • Slack oder E-Mail für die Zusammenarbeit

Grafik-Erstellung
  • Canva
    in der kostenlosen Version schon völlig ausreichend.

Weitere Grundlagen
  • eine Datenschutzerklärung für deine Website

  • idealerweise eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

  • ein separates Geschäftskonto für Übersicht und Steuer

All das kannst du nach und nach einrichten. Mach dir keinen Stress.

Das Wichtigste ist: Lass dich am Anfang nicht von all dem technischen Zubehör abschrecken. Jedes Tool, das du nutzt, ist nur ein Werkzeug. Kein Programm macht dich zu einer guten VA. Das machst du selbst.

Sichtbarkeit, Struktur und Sicherheit – drei Pfeiler für deinen Businessaufbau

Ein wichtiger Schritt in deinem Business ist es mit einem Angebot nach Außen zu gehen. Da können eine eigene Webseite und auch Social Media Kanäle echt hilfreich sein. Und ja, das kostet Zeit. Aber es zahlt sich meist aus. Dein Online Auftritt gibt dir Unabhängigkeit und Professionalität. Du gestaltest, wie du dich präsentierst, und bestimmst selbst, wie du gefunden wirst. Ich weiß noch genau, wie stolz ich war, als ich mich endlich getraut habe, mich zu zeigen. Meine Webseite war alles andere als perfekt. Sie war nicht einmal besonders schön. Aber sie war da. Und das machte den größten Unterschied.

Neben der Website ist Sicherheit ein Thema, das viele gerne nach hinten schieben. Datenschutz, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, passende Verträge und ein Geschäftskonto sind Dinge, die nicht besonders spannend klingen, aber dir als Selbstständige Ruhe geben. Ich habe am Anfang selbst viel zu lange gewartet, mich um diese Dinge zu kümmern. Heute weiß ich: Es fühlt sich so viel professioneller und sicherer an, wenn man sie abhakt.

Ein paar Worte zum Schluss – und ein Mutmacher für dich

In die Virtuelle Assistenz starten ist aufregend, aber er ist auch herausfordernd. Du wirst vieles ausprobieren, manches verwerfen und vieles dazulernen. Und das ist gut so. Dieser Weg ist kein Sprint. Er ist ein Prozess, in dem du jeden Tag ein kleines Stück über dich hinauswächst.

Wenn du dir selbst erlaubst, Schritt für Schritt zu gehen, statt alles sofort perfekt zu haben, wird dir der Einstieg viel leichter fallen. Und wenn du dir Unterstützung wünschst, kannst du jederzeit auf meine Ressourcen zurückgreifen. Der VA-Starterguide hilft dir, die ersten Schritte klar zu sortieren. Im VA-Einsteigerkurs begleite ich dich intensiver und zeige dir, wie du professionell sichtbar wirst, deine Angebote schärfst und deine ersten Kundinnen gewinnst.

Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Und du musst nicht perfekt starten. Der Mut, loszugehen, zählt viel mehr als alles andere.

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